Wir streiken mit! Solidaritätserklärung Münchner Studierender mit den Streikenden im Einzelhandel

Studentisches Einzelhandelsstreik-Solidaritätskomitee München: AK Gewerkschaften, DieLinke.SDS München, Hochschulgruppen der Jusos München, Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO), Studis gegen Wohnungsnot München, unabhängige Studierende.

Wir – Studierende der Münchner Hochschulen – erklären uns solidarisch mit den Streikenden im Einzelhandel.

Anfang 2013 kündigte der Handelsverband Deutschland (HDE) einseitig alle Tarifverträge im Einzelhandel, um eine massive Senkung der Löhne und die weitgehende Flexibilisierung der Arbeitszeiten von mehr als drei Millionen Beschäftigten durchzusetzen. Dieser Angriff ist eine konzentrierte Aktion auf einen der größten Sektoren der Lohnabhängigen – jeder elfte Arbeitsplatz in der BRD ist betroffen. Wenn er Erfolg hat, werden weitere Angriffe, auch auf Beschäftigte in anderen Sektoren, und eine Vertiefung der Prekarisierung die Folge sein. Gleichzeitig streichen die Einzelhandels-KapitalistInnen mit der Ausbeutung von Arbeitskraft hohe Gewinne ein: Die drei reichsten deutschen UnternehmerInnen besitzen Einzelhandelsketten.

Die meisten Studierenden gehören zur lohnabhängigen Klasse. Wir sind nicht nur in Nebenjobs teils direkt von den Angriffen des HDE betroffen, wo Studierende gezielt in prekären 450-Euro-Jobs zur Lohndrückung und Spaltung eingesetzt werden – gerade während der Vorweihnachtszeit. Wir sind auch mehrheitlich keineswegs die „Elite“, sondern die Lohnabhängigen von morgen. Die Interessen aller Arbeitenden und Unterdrückten sind auch unsere Interessen und wir wollen dazu beitragen, dass die arbeitenden und studierenden Sektoren gemeinsam kämpfen. Als Studierende haben wir die Möglichkeit, die Streikenden durch Aktionen zu unterstützen, die diese wegen drohender Repression (Abmahnungen, Kündigungen) nicht durchführen können. Neben unmittelbarer Unterstützung der Streikaktionen können wir versuchen, an den Hochschulen Öffentlichkeit für den Streik herzustellen und um Solidarität zu werben.

Entscheidend für die Kämpfe sind die Gewerkschaften: Sie müssen die Kämpfe koordinieren, verbinden und ausweiten, um den Einzelhandels-KapitalistInnen den größtmöglichen Widerstand entgegenzusetzen. Um aus dem Abwehrkampf herauszukommen, braucht es die Zusammenführung aller vorhandenen Kräfte. Wie kann das aussehen?

Die Beschäftigten können an Streiktagen Streikversammlungen abhalten, auf denen sie die Entscheidungen für ihre Arbeitskämpfe treffen.

Die Gewerkschaften sollten sich um die Solidarität anderer Sektoren bemühen und Verbindungen zu anderen Arbeitskämpfen und sozialen Protesten herstellen.

Eine bundesweite Vernetzung der Streikaktionen ist notwendig. Zusätzlich wäre ein münchenweiter Einzehandelsstreik-Tag aller betroffenen Betriebe eine starkes Signal und eine gute Gelegenheit zur weitergehenden Koordinierung.

Über diese Solidaritätserklärung hinaus wollen wir gemeinsam mit den Arbeitenden im Einzelhandel kämpfen. Das studentische Solidaritätskomitee trifft sich derzeit jeden Freitag um 19 Uhr in den Räumen der Studierendenvertretung (StuVe) in der Leopoldstr. 15 (Eingang zur Straße).

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