München – Bochum: Die Unterdrückten und ArbeiterInnen sind aufgestanden

Solidarität mit den Non-Citizens im DGB-Haus! Solidarität mit den Arbeitenden bei Opel-Bochum!

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Foto: Solidaritätsaktion vor dem Münchner Gewerkschaftshaus am 13. September

Solidarität mit den Arbeitenden bei Opel Bochum!

Am Montag um 8 Uhr begann eine der längsten Belegschaftsversammlungen in der Geschichte des Opel-Werks Bochum. Dort hatten sich bis Dienstag um 1 Uhr Nachts 51 ArbeiterInnen gemeldet und ihre Position zu der Schließung des Werkes ab 2014 deutlich gemacht. Bedroht sind neben den 3.400 Opel-ArbeiterInnen noch weitere 1.600 ArbeiterInnen auf dem Gelände und mit ZuliefererInnen aus ganz Nordrhein-Westfalen bis zu 45.000 Arbeitsplätze.

Die ArbeiterInnen geben sich nicht mit Verhandlungen über Bedingungen der Schließung zufrieden. Nach der Betriebsversammlung stimmten die rund 500 Anwesenden fast einstimmig dafür, in den spontanen Streik zu treten. 100 bis 140 ArbeiterInnen blieben daraufhin der Arbeit fern. Nachdem am Morgen die Werksleitung die noch streikenden KollegInnen unter Druck setzte, wurde die Produktion erst ab 7 Uhr wieder komplett aufgenommen.

Solidarität mit den Non-Citizens!

Neben den Arbeitenden bei Opel ist momentan hierzulande ein weiterer Sektor der lohnabhängigen Klasse in einen kämpferischen Protest getreten: Als Non-Citizens (Menschen ohne bürgerliche Rechte und ohne gesichertem Aufenthaltsstatus) fordern sie:

  • Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Geflüchtete
  • Stopp aller Abschiebungen
  • Abschaffung der Residenz- und Lagerpflicht, welche den Asylsuchenden verbietet, ihren von den Behörden ausgesuchten Aufenthaltsort zu verlassen.

Aktuell befinden sich die protestierenden Non-Citizens im Gewerkschaftshaus München. Sie rufen ihre KollegInnen zur Solidarität auf.

Die Non-Citizens kamen wegen Armut, Verfolgung und Kriegen. Die herrschende Klasse in den kapitalistischen Zentren nutzt die Peripherien dieser Welt zur Ausbeutung von Arbeitenden und Rohstoffen. Die Ausbeutung setzt sie mittels Zusammenarbeit mit autoritären Regimen und Krieg durch. Der Reichtum, der den ausgebeuteten Ländern abgepresst wird, ist nicht unser Reichtum. Die gewonnene Stärke nutzen die KapitalistInnen auch hierzulande, um die Ausbeutung zu verschärfen und die Prekarisierung voranzutreiben.

Die Non-Citizens in Deutschland sind keine BittstellerInnen, sondern aktive KämpferInnen um die Neuverteilung des Reichtums: Sie befinden sich auf der Seite der Hartz-IV-EmpfängerInnen, Arbeitslosen, RentnerInnen und ArbeiterInnen, die auch bei der momentanen Aufteilung des Reichtums in Deutschland benachteiligt sind. Als Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis sind Non-Citizens von der Diskriminierung, denen alle MigrantInnen ausgesetzt sind, am schärfsten betroffen. Doch auch die Nichtanerkennung im Ausland gemachter Abschlüsse oder die Verweigerung von mehr als einer Staatsbürgerschaft sind strukturelle Diskrimierungen, die allen Arbeitenden schaden.

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Foto: AK Gewerkschaften bei der Umfairteilen-Demo am 7. September in München

Die Spaltung in Citizens und Non-Citizen dient lediglich der herrschenden Klasse. Die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung von MigrantInnen und dem Stopp auf Abschiebungen ist daher eine Forderung zur Aufhebung der Spaltung der arbeitenden Klasse.

Kämpfen wir gemeinsam gegen Prekarisierung und Abschiebungen!

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3 Gedanken zu “München – Bochum: Die Unterdrückten und ArbeiterInnen sind aufgestanden

  1. Pingback: Im Schatten des Imperialismus | Klasse Gegen Klasse

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